Tauchen und Schnorcheln an Schiffswracks - Discover Faial - Island of Nature & Culture

Entdecken Sie, was unter der Oberfläche liegt

Zwischen den Inseln Faial und Pico bewahrt der Meeresgrund stille Geschichten von Reisen, Stürmen und atlantischen Routen, die Jahrhunderte der Seefahrt geprägt haben. Heute sind die Überreste historischer Schiffswracks zu faszinierenden Zielen für Taucher und Meeresliebhaber geworden – Orte, an denen sich Geschichte und Natur zu einem einzigartigen Szenario verbinden.

Auf Faial ist das Wrack der Main in der Baía de Porto Pim das bekannteste. Das ehemalige englische Dampfschiff, das 1892 sank, liegt in nur wenigen Metern Tiefe und ist sowohl für erfahrene Taucher als auch für Schnorchler zugänglich.

In der Baía de Entre Montes, im ersten unterwasserarchäologischen Schutzgebiet der Azoren, können alte Kanonen und Anker besichtigt werden, die die historische Bedeutung des Hafens von Horta für die Schifffahrt und den transatlantischen Handel verdeutlichen.

In der Nähe der Ortschaft Vila da Madalena auf Pico kann man auch den Charme des Schiffswracks der Caroline entdecken, die 1901 sank. Dieses elegante Viermast-Segelschiff war eines der letzten Handelssegelschiffe, die den Atlantik überquerten und Südamerika mit Europa verbanden.

Diese Orte, verbunden mit der ausgezeichneten Sicht und dem reichhaltigen Meeresleben, machen die Inseln Faial und Pico zu einem der attraktivsten Ziele der Azoren für archäologisches und Freizeit-Tauchen.

Entdecken Sie auch das von der Europäischen Kommission kofinanzierte Projekt ecoRoute – Projekt-ID: 101124681 (2023–2026), das nachhaltigen Tourismus und die Aufwertung des Unterwassererbes des Atlantiks fördert.

Dampfschiff Main

An ruhigen Tagen mit guter Sicht kann man in der Baía de Porto Pim nahe dem Monte da Guia die Silhouette des britischen Dampfschiffs Main erkennen – eines der bedeutendsten Schiffswracks von Faial. Das 1892 gesunkene, 105 Meter lange Schiff liegt in weniger als fünf Metern Tiefe und ist dadurch sowohl für Taucher als auch für Schnorchler gut zugänglich. Das Gebiet befindet sich in einem Naturschutzgebiet und ist zugleich eine wahre Kinderstube des Meereslebens, in der Unterwasserkulturerbe und Ökosystem in harmonischem Gleichgewicht nebeneinander bestehen.

Die Main, die von New Orleans nach Liverpool unterwegs war, erreichte Horta in Flammen. Da sie eine Gefahr für den Hafen darstellte, wurde sie nach Porto Pim geschleppt, wo die Besatzung versuchte, die Ladung – Baumwolle und Rinder – zu retten. Die Bergungsaktion entwickelte sich jedoch zu einem chaotischen Ereignis: Die Tiere flohen die Hänge des Monte da Guia hinauf und verursachten Schäden auf den umliegenden Feldern. In der Nacht verstärkte sich das Feuer, und nach der Explosion der Pulverkammern sank das Schiff vor der ehemaligen Walfangfabrik (heute Aquário de Porto Pim).

Erbaut wurde die Main 1868 von Caird & Company. Sie war Zeugin des transatlantischen Baumwollhandels und der wirtschaftlichen Veränderungen nach dem Amerikanischer Bürgerkrieg. Heute sind Teile der Bordwand und metallene Strukturen erhalten, die sogar von der Wasseroberfläche aus sichtbar und direkt vom Ufer aus zugänglich sind.

Das Wrack der Main ist mehr als nur ein Tauchplatz: Es ist eine Zeitkapsel, die die Erinnerung an den Atlantik und Faial bewahrt.

  • Art des Tauchgangs: Küstentauchgang, Wrack
  • Niveau: Alle Erfahrungsstufen
  • Durchschnittliche Tiefe: 5 Meter
  • Strömung: Schwach
  • Zugang: Direkt vom Ufer (Baía de Porto Pim)
  • Mögliche Aktivitäten: Gerätetauchen, Schnorcheln
  • Ideal für: Schnuppertauchen, Nachttauchen, Unterwasserfotografie

Archäologische Fundstätte Entre Montes

In der Baía de Entre Montes befindet sich das Archäologische Depot von Entre Montes, auch bekannt als Núcleo de Canhões da Horta. Die Einrichtung bewahrt Artefakte, die bei Ausgrabungen zwischen 2008 und 2013 im Zuge des Baus des neuen Passagierterminals entdeckt wurden. Dabei kamen Spuren von Schiffswracks und nahezu drei Jahrhunderte atlantischer Seefahrtsgeschichte ans Licht.

Zu den bemerkenswertesten Funden zählt das sogenannte „Elfenbein-Wrack“ (Baía da Horta 1) aus dem frühen 18. Jahrhundert. Es handelt sich vermutlich um ein britisches Handelsschiff, dessen Ladung mehr als hundert Elfenbeinstoßzähne sowie Kanonen, Keramik, Glaswaren und Alltagsgegenstände aus dem Bordleben umfasste. Diese Funde belegen den intensiven atlantischen Handel zwischen Europa, Afrika und Amerika. Ein weiterer bedeutender Fundkomplex, bezeichnet als „Baía da Horta 3“, brachte etwa zehn Eisenkanonen und Munition zutage, die möglicherweise zu einem anderen britischen Schiff aus dem späten 18. Jahrhundert gehörten.

Zur Erhaltung und Aufwertung dieses Erbes wurde das erste unterwasserarchäologische Schutzgebiet der Azoren eingerichtet, das sich in einer Tiefe von 15 bis 20 Metern befindet. Heute ist der Ort ein echtes „unterwasserliches Skulpturengarten“, in dem Taucher Kanonen, Anker und Artilleriestücke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert beobachten können, umgeben von einer reichen Meeresfauna.

  • Art des Tauchgangs: Küstentauchgang, Kulturerbe
  • Niveau: Advanced Open Water Diver / Divemaster
  • Tiefe: 18–20 Meter
  • Strömung: Mittel bis stark
  • Zugang: Mit dem Boot
  • Mögliche Aktivitäten: Gerätetauchen (Scuba Diving)
  • Ideal für: Unterwasserfotografie, Beobachtung einzigartiger Meeresarten

Das Archäologische Depot von Entre Montes gilt als wegweisender Meilenstein der portugiesischen Unterwasserarchäologie und als herausragendes Beispiel für In-situ-Konservierung, die wissenschaftliche Forschung, Denkmalschutz und touristische Nutzung miteinander verbindet.

Caroline-Boot

Erbaut im Jahr 1896 in der französischen Stadt Nantes und registriert in Dunkerque, war die Caroline ein elegantes Viermast-Segelschiff mit 97 Metern Länge und 13 Metern Breite. Auf ihren Routen zwischen Frankreich und Chile transportierte sie Passagiere und verschiedene Waren, darunter insbesondere das wertvolle Chilesalpeter (Natriumnitrat) – auch als Salpeter bekannt – das als natürlicher Dünger verwendet wurde.

Im Jahr 1901, während ihrer achten Reise, geriet die Caroline vor der Küste von Madalena in schwere See und sank schließlich im Gebiet von Meia-Broa. Vier Tage nach dem Unglück zerbrach das Schiff vollständig, und seine Überreste verteilten sich über ein weites Unterwassergebiet. Die Erinnerung an dieses Ereignis lebt in der lokalen Gemeinschaft weiter, die bis heute einige geborgene Artefakte bewahrt – Symbole der engen Verbindung zwischen dem Meer und der Inselgeschichte.

Heute zählt der Ort zu den bekanntesten technischen Tauchplätzen auf der Insel Pico und zieht Taucher an, die eine anspruchsvolle und geschichtsträchtige Erfahrung suchen.

  • Art des Tauchgangs: Küstentauchgang, Wrack
  • Schwierigkeitsgrad: Advanced Open Water Diver / Divemaster
  • Durchschnittliche Tiefe: 10 Meter
  • Strömung: Stark
  • Zugang: Mit dem Boot
  • Mögliche Aktivitäten: Gerätetauchen (Scuba Diving)
  • Ideal für: Technisches Tauchen, historische Unterwassererkundung